Metallsuchgeräte, Sondengehen, Schatzsuche, Ortungstechnik, Thomas Schwarz

 

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Informationen für Goldsucher

 

Immer wieder erreichen mich Anfragen nach Goldsuchgeräten.
Dabei gibt es vier Haupt-Anfragen.

1. Die Suche nach Gold unbestimmter Größe in Tiefen von über 1 Meter.


2. Die Suche nach einzelnen Goldmünzen und Schmuck in Wald und Feld.

3. Die Suche nach Nugget´s resp. kleiner Goldteilchen wie sie bei uns in natürlicher Form vorkommen


4. Die Suche nach Goldohrsteckern oder kleinen Goldanhängern

Ich möchte im folgenden die Machbarkeit (Nachweismöglichkeiten), mit den zur Verfügung stehenden Geräten die auf dem Markt erhältlich sind, erläutern. Auf Exoten wie z.B. Bodenradar und andere alternative Messmethoden gehe ich nicht ein. Besprochen werden hier in der Regel VLF und PI Detektoren.

 

 

Zu 1

 


Ein „sicherer Nachweis - eine Detektion - von tiefer liegenden Metall, ist nur dann möglich wenn die gesuchte Metallmasse, (womit auch umgebendes Metall gemeint ist), eine Mindestgröße von 40x40 cm hat. Wobei schon ein Unterschied besteht ob es sich dabei zum Beispiel um Eisen oder Zink, oder um reines Gold handelt. Gold wird in der Regel nämlich schlechter detektiert!
Die angenommenen 40x40 cm gelten aber nur bis zu einer ungefähren Tiefe von 100 cm im mittel-mineralisierten Boden. Ist der Boden weniger mineralisiert, Bsp. heller Sand, kann es je nach verwendeter Suchspule auch mal 130 cm werden. Im stärker mineralisierten Böden, zum Beispiel in roten Böden oder da wo Vulkanismus vorherrschte kann dieser Wert nicht mehr eingehalten werden. In Extremböden werden aus den mittleren 100 cm, leicht mal die Hälfte und noch weniger!


Merke: Aus dem Grund ist es sehr wichtig das man sich vor der Suche, bzw. der Auswahl des Gerätes über den Boden des abzusuchenden Areals genau informiert, damit steigt und fällt der Funderfolg erheblich!

Ein sicherer Nachweis von einzelnen Goldmünzen (eine gute Hand voll) in einen irdenen Topf (Keramikgefäß) in der Größe einer Ananas, ist mit Hochleistungsdetektoren im Preisgefüge von 3000 bis 5000 Euro bis zu einer Tiefe von ca. 60-70 cm möglich unter der Voraussetzung der Boden ist mittel-mineralisiert und das Keramikgefäß ist neutral. Alle anderen Reichweitenangaben die deutlich über dieser Marke liegen entspringen dem Reich der Fantasie und/oder unrealistischen Werbesprüchen von Herstellern und Händlern.
Preiswertere, leistungsstarke VLF-Detektoren schaffen da noch ca. 50 cm Ortungstiefe.

Um zum Beispiel in 2 Meter Tiefe, mit einem VLF-Metalldetektor, noch Gold zu orten muss die Metallmasse wenigstens 1,5 qm Grundfläche haben. NUR Eisen kann mit geeigneten Detektoren (Magnetometersonden) in geringerer Dichte und größerer Tiefe nachgewiesen werden.
Wenn es jedoch sicher ist das die zu suchende Metallmasse wenigstens 100x100 cm misst so kann in diesem Fall zum Nachweis mit so genannten Großschleifendetektoren auf Pulsinduktionsbasis (PI) gearbeitet werden. Auf eine Metallunterscheidung oder Metallartenerkennung ist ab einer Tiefe von ca. 70 cm jedoch kein Verlass mehr - diese Option bieten zudem nur wenige PI-Geräte an. Alternativ dazu eigenen sich für diese Suchaufgaben so genannte 2-Box Detektoren die nach dem 90° Verfahren arbeiten. Hier sei der FISHER-GEMINI 3 genannt.

HINWEIS

Abschließend zu diesem Punkt weise ich noch darauf hin das die gezielte (private) Tiefensuche nach antiken Metallobjekten prinzipiell nicht erlaubt ist. Hier greifen auch keine Nachforschungsgenehmigungen der Bundesländer da diese in der Regel nur für gestörte Böden erteilt werden, gemeint ist damit beackerte Flächen im Oberflächenbereich bis ca. 30 cm.

Das geziele Suchen und Bergen von antiken Metallobjekten ist darüber hinaus (ohne Genehmigung) in vielen Ländern eine Straftat die empfindlich geahndet wird bis hin zum Freiheitsentzug! Besonders regiros gehen Griechenland, die Türkei und arabische Staaten mit Raubgräbern um, was ich persönlich aber nicht verurteile da die Machenschaften dieser "Schatzsucher" teilweise schon mafiöse Züge annehmen.

 

 

Zu 2

       


Für die Suche nach oberflächlich vermuteten, kleineren Metallobjekten (kleine Gold und Silbermünzen, Ringe, Schmuck, etc.) eignen sich vorwiegend VLF-Metalldetektoren mit höherer Arbeitsfrequenz und Suchspulen in der Größe um 20 cm Durchmesser.

Nachteil bei hoher Arbeitsfrequenz - das nachlassende Eindringverhalten in mineralisierten Böden und der allgemein physikalisch bedingte Abstrich an Suchtiefe wegen der hohen Frequenz.

Hinzu kommt das der Diskriminator nicht mehr so sauber trennt zwischen Eisen und Buntmetall, Eisen wird in der Praxis dann häufiger als Buntmetall angezeigt. Wen das nicht weiter stört der ist mit Detektoren der Firma TESORO dem Lobo Super Traq und von XP dem GoldmaxxPower gut bedient, letzterer schlägt den Lobo in Punkto Ortungstiefe, wobei beim Lobo der Diskriminator etwas sauberer trennt, dies vor allem in stark mit Eisen durchsetzten Böden.

Auch hat sich hier der Tesoro Vaquero II (Germania) mit einer optionalen 15 cm DD-Suchspule bewährt.

Bei diesem Gerät ist die Arbeitsfrequenz etwas niedriger was ein erhöhtes Eindringverhalten in den Boden gewährt. Der Germania arbeitet auf wenig mineralisierten Böden mit seinem wahlweise zuschalbaren manuellen Bodenabgleich, tw. besser als leistungsstärkere Detektoren. Die 15 cm DD-Spule garantiert dabei eine überragend hohe Kleinteilempfindlichkeit.

Die Verwendung von größeren Suchspulen macht nur dann Sinn wenn die vermutete Objektgröße einen Durchmesser von 4 cm überschreitet, ansonsten ist man meist mit der Standartsuchspule des Gerätes besser bedient.

Merke: Größere Suchspule = geringere Empfindlichkeit auf Kleinteile und keinesfalls mehr Suchtiefe auf kleinere Metallobjekte!

 

 

Zu 3


Naturgold (Mini-Nuggets oder Flitter) welches hier in Deutschland gefunden wird, kann mit KEINEM Metalldetektor sicher nachgewiesen werden!

Dafür ist die (überwiegende) Masse des Naturgoldes einfach zu gering. Die Korngröße sollte mindestens 2-3 mm haben und selbst da darf das Gold nicht tiefer als 3 cm im Boden oder Bachbett liegen.
Für die Naturgoldsuche hier in Europa eignen sich wenn nur Geräte mit einer hohen Arbeitsfrequenz von wenigstens 18 Khz und einer möglichst kleinen, konzentrichen oder Doppel-D Suchspule.

Der Tesoro Lobo Super Traq oder Tesoro Germania kann in geringer mineralisierten Böden aber auch in Bächen und Flüssen mit einer optionalen 15 cm DD-Spule zu einem Funderfolg führen, jedoch auch hier mit der Einschränkung das die zu erwartende Korngröße 2 mm keinesfalls unterschreiten sollte.


Als preiswerteste Alternative bleibt hier immer noch die alt bewährte Goldwaschpfanne!

 

 

Zu 4


Nicht selten gehen kleine Ohrstecker und Anhänger aus Gold verloren, oft in der Kombination mit einem Edelstein oder Diamanten.
Um diese wieder zu finden bedarf es ähnlicher Techniken wie bei der Naturgoldsuche. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich aber sagen das die Wahrscheinlichkeit so einen Miniohrstecker zu orten gegen Null tendiert wenn der Verlierort nicht auf hochstens 2 qm eingeschränkt bleibt!


Erst ab einer Objektgröße von 6 mm Durchmesser, oder ein längliches Objekt von mind. 2,5 x 5 mm Länge macht eine oberflächliche Suche Sinn. Vorausgesetzt der Boden ist nicht zu mineralisch und der Bewuchs gering. Hier ist mit einem geeigneten Detektor (siehe Punkt 2+3) eine Ortungstiefe von ca. 5 cm möglich, je nach „Anhängseln“ wie Einhackbügeln auch etwas mehr. Es sollte aber in jedem Fall im Modus Allmetall gesucht werden, da schon bei leicht mineralisierten Böden eine Eisenanomalie (ein Mischsignal) auftreten kann. Trotzdem bleibt es eine Sysyphusarbeit ohne Garantie auf Funderfolg...

 

 
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