|
Erste
Hilfe für Sondengängeranfänger (1)
Der richtige Umgang mit dem Diskriminator
Akustische
Diskriminatorgeräte
Der
Diskriminator an einem Metallsuchgerät dient in erster Linie
dazu, Eisen von Nichteisen zu trennen. Durch viele Kriege und vor
allem dem 2. Weltkrieg sind unsere Böden mit ungezählten
Eisenfragmenten, z.B. von Bomben und Granaten gespickt. Aber auch
Nägel und andere Eisenkleinteile machen die Metallsuche ohne
Diskriminator zur wahren Schwerarbeit.
Eine
besonders hilfreiche Eigenschaft fast aller Diskriminatordetektoren
ist die Möglichkeit, bei der Umschaltung von Allmetall auf
Diskriminator ein „gutes" von einem „schlechten"
Signal zu unterscheiden:
Oft kommt es vor, daß man in der Betriebsart Diskriminator
ein kratzendes oder bröckelndes, nicht eindeutiges Signal hört
und sich nicht sicher ist, ob da möglicherweise ein interessantes
Objekt, zum Beispiel in größerer Tiefe, liegt. In diesem
Fall schaltet man das Gerät auf Allmetall um; ist jetzt das
Signal klar und laut zu hören, kann man (in 99% der Fälle)
davon ausgehen, daß es sich bei dem Objekt um Eisen handelt
(es sei denn, man hat den Diskriminator so weit zugedreht, daß
auch einige Buntmetalle ausgeblendet würden).
Ist das Signal dann aber immer noch verhältnismäßig
schwach und leise, tut man gut daran, zu graben...man weiß
ja nie!
An dieser Stelle möchte ich auch noch etwas zum Thema Diskriminierung
von sogenanntem Kulturschrott sagen. Ich werde immer wieder gefragt,
ob es nicht eine Möglichkeit gibt, z.B. Abziehlaschen von Getränkedosen
oder Silberpapier auszublenden und gleichzeitig noch alle interessanten
(?) Funde anzuzeigen.
Fakt ist, dass man solchen Kulturschrott ausgeblendet bekommt, dafür
ist speziell bei allen Teilen aus Aluminium der Regler für
den Diskriminator bis zum Anschlag zuzudrehen. Allerdings bekommt
man dann auch nichts anderes mehr angezeigt, außer vielleicht
die Einweggrillform vom letzten Strandfest oder den grasbewachsenen
Gullideckel, aber mit Sicherheit keine einzelnen Münzen oder
gar filigranen Goldschmuck
Tipp:
Ich
empfehle immer den Diskriminator nur so weit zuzuregeln, daß
Eisen eben ausgeblendet wird. Bei vielen TESORO-Detektoren liegt
dieser Bereich in etwa zwischen IRON und FOIL

Diskriminatorgeräte
mit Leitwertanzeige
Hier
könnte jetzt jemand mit einem Gerät, das mit einer optischen
Objektanzeige (Leitwertanzeige) ausgestattet ist, sagen:
„ Ich kann aber auf meinem Display sehen, ob das eine Abziehlasche
oder Silberfolie, eine Münze oder ein Goldring ist ".
Fakt
ist, daß die Leitwertbereiche von Metallobjekten je nach Größe,
Lage, Materialgefüge und Bodenzusammensetzung so unterschiedlich
sind, daß eine sichere Zuordnung auf diesen Displayanzeigen
nicht möglich ist!
Wer sich (wie ich in der Vergangenheit auch) nur auf sein Display
und seine großzügige Ausblendung von z.B. Abziehlaschen
oder Folie verläßt, kann beim Nachsuchen ohne Displayunterstützung
auf bereits begangenen Flächen ein wahres Wunder erleben. Sicher
wird man dabei auch den einen oder anderen Kulturschrott doch noch
ausgraben, sich aber gleichzeitig auch fragen, was man vorher alles
„Gutes" überlaufen hat.
Ich
für meinen Teil habe die letzten Jahre damit zugebracht, alle
bereits „sauber" geglaubten Orte noch mal nachzusuchen.
Was ich dabei an das Tageslicht brachte ist nicht erst in den letzten
paar Jahren dort verloren gegangen....

Ein
Detektor mit Leitwertanzeige hat dennoch seine Berechtigung, nämlich
dann, wenn immer wieder Objekte zu finden sind, die an der Oberfläche
oder in derselben Tiefe liegen und die alle die gleiche Größe
und aus dem gleichen Material gefertigt sind. So zum Beispiel Geschosse
aus Kupfer oder Messing. Hier kann mit etwas Übung relativ
sicher zwischen guten und schlechten Signalen an Hand des Leitwertes
unterschieden werden. Sobald jedoch die gleichen Objekte unter anderen
Fundumständen geortet werden (Lage und Tiefe) kann es nicht
mehr zu einer sicheren Messung kommen.
Fehlsignale
Es
tritt des öfteren auch folgendes "Ereignis" ein:
Man hat ein sehr gutes - sich wiederholendes Signal. Man fängt
voller Erwartung an zu graben und fördert statt dem erhofften
tollen Fund, in oft nicht unerheblichen Tiefen, z.B. eine Getränkedose
oder ein Hufeisen, zu Tage. Dies kann aber genauso auch mit kleineren
Eisenteilen passieren.
Dieses Phänomen ist völlig normal und bei fast allen differenzierenden
Systemen zu beobachten. Ab einer bestimmten Objektgröße
und Tiefe ist der Diskriminator nicht mehr in der Lage, eine Unterscheidung
zwischen "gutem" und "schlechtem" Material zu
machen (Fehlsignal).
Hinzu kommt, daß dieser Effekt bei Eisenteilen auftritt, die
in der Erde vor dem Ausgraben lange an einem Platz gelegen haben.
Bedingt durch die lange Lagerung hat sich ein Oxidfeld (Rost) um
das Eisenteil gebildet, was das eigentliche Eisenteil für den
Detektor elektrisch größer macht. Es erzeugt ein größeres
Induktionsfeld.
Wird beim Graben dieses Oxidfeld zerstört, kann es vorkommen,
daß das Eisenteil nun "ordentlich" diskriminiert
und nicht mehr angezeigt wird. Um sich dessen sicher zu sein, schaltet
man von Disk auf Allmetall um. Wenn jetzt das Objekt wieder "da"
ist, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß
es sich um Eisen handelt.
Geschmiedete Nägel und Eisenbolzen können auch ein "gutes"
Signal erzeugen, mit ein wenig Übung hört man aber auch
hier bald die feinen Unterschiede zu einem reinem (sauberen) Signal.
Oft
wird von Sondengängeranfänger der Fehler gemacht, das im Falle,
das auch Eisen zur Anzeige kommt, der Diskriminator höher gestellt
wird. Dies kann fatale Folgen haben! Der Diskriminator sollte kleines
bis mittelgroßes Eisen (Masse 50-200g) entweder völlig oder mit
Knacksignalen ausblenden können. Ist dies nicht möglich so liegt
es wahrscheinlich an der Eisenart und Form und/oder am Boden in
dem das Eisenteil liegt und nur in den seltensten Fällen an einer
Fehlfunktion des Detektors!
Oft
hilft hierbei schon die obere Bodenschicht wegzuräumen, oft
"greift" danach der Diskriminator besser.
Rundes
Eisen, Kettenglieder, Kronkorken u.ä. geformtes Eisen kommt
oft als gutes Signal zur Anzeige - DAS sollte man sich merken und
in diesen Fällen den Diskriminator nicht höher einstellen!
Wenn
der Diskriminator zu hoch eingestellt wird, geht erstens Reichweite
verloren und zweitens werden dabei oft "gute" Signale
überlaufen!!
Zum richtigen Einstellen des Diskriminators: Siehe - Seite weiter
unten!
Generell
gilt:
Es
gehört einiges an Erfahrung dazu, die Objektinformationen,
die man akustisch oder optisch erhält, richtig zu deuten. Dieses
ist nicht von Heute auf Morgen möglich und bedarf einer sehr
intensiven Nutzung des Gerätes.
Prinzipielles zur Ortung und Punktsuche (Pinpointing)
Wenn
man sich soweit mit seinem Diskriminatorgerät angefreundet
hat und die wichtigsten Einstellungen am Gerät gemacht hat,
wie z.B.: Bodenabgleich, Umschaltung auf Disk (Diskriminator) und
Empfindlichkeitseinstellung, kann man mit der eigentlichen Suche
beginnen.
Das
richtige (flächendeckende) Absuchen des Untergrundes wird in
Abbildung 1 (Abb.1) gezeigt. Hierbei sollten sich, im Idealfall,
die abgesuchten Flächen überlagern. Nur so kann man sicher
gehen, nichts liegen zu lassen!

Abb.1
Wenn
man ein „gutes“ Objekt geortet hat, sollte das Gerät
einen sich wiederholenden Ton erzeugen. Andere vorkommende Signale
sind in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben worden.
Nun macht man als Anfänger gerne den Fehler, dass man beim
ersten Signal gleich anfangen will zu graben,
(was ja auch absolut verständlich ist!); hierfür sollte
sich der Sondengänger aber etwas Zeit für nehmen.
Erst einmal muss er klären, wo genau sich das Fundobjekt in
der Erde befindet.
Des weiteren wird er mit der Zeit anhand des Anzeigbetons herausfinden
können, ob es sich bei dem verborgenen Objekt um ein Teil handelt
was z.B. an der Oberfläche liegt, oder tiefer in der Erde,
ob es sich um ein großes oder kleines Objekt handelt, ob es
massiv ist oder aus mehreren Bruchstücken besteht.
Zur
genauen Lagebestimmung ist eine sauber ausgeführte Kreuz-Punktortung
unerlässlich, außerdem erspart es eine Unmenge von Grabungstätigkeit,
die je nach Ausführung auch das Fundobjekt beschädigen
kann.
Hierfür wird die Suchspule zuerst einmal von links nach rechts
geschwenkt, dieses aber gleichzeitig verbunden mit einer Vor- und
Zurückbewegung der Spule (Abb.2). Jetzt muss sich der Sondengänger
die Stelle merken, an der der Ton für ihn am deutlichsten war.
Um jetzt den genauen Fundort des Objektes zu bestimmen, wird dieser
Vorgang auch in die andere Richtung ausgeführt. Dies bedeutet,
dass die Suchspule nach vorne und hinten geschwenkt wird und umgekehrt
wie vorher nach links und rechts bewegt wird. Hier sich ebenfalls
das Tonmaximum merken. Im Schnittpunkt der beiden Maximaltöne
liegt das verborgene Objekt und kann nun ohne großflächige
Grabung punktgenau geborgen werden
Noch was zur Schwenkgeschwindigkeit:
Die
durchschnittliche Schwenggeschwindigkeit beträgt (bei Tesoro
als auch bei XP-Detektoren) ca. 1 Schwenk (von links nach rechts
und zurück) in einer Sekunde!!
Tip:
Weitere nützliche Hinweise zum richtigen und erfolgreichen
Suchen findet man auch
hier.

Abb.2
Beim
Ausheben der Erde ist aber darauf zu achten, daß man etwas
neben dem Schnittpunkt anfängt zu graben, weil man ja nicht
das Objekt zerstören will! Der Aushub wird dann mit einer metallfreien
(!) Hand zügig über die Suchspule geführt, bis man
das Objekt in der Hand hält.
Im
einfachsten Fall legt man dazu den Detektor aus der Hand und plaziert
die Suchspule so, das man (bei Rechtshändern) den Suchteller
rechts von sich liegen hat und mit der linken Hand den Aushub überprüft
[siehe Beispielbild unten]

Alternativ
dazu kann man auch mit einer, speziel dafür gebauten, Pinpointer-Sonde
die genauen Objektlage ermitteln.
Vorgehensweise zur "richtigen" Einstellung des
Diskriminators*
Essentiell
wichtig ist die richtige Einstellung des Diskriminators, nur wenn
dieser stimmt ist auch mit Sucherfolgen zu rechnen.
Bei
Geräten mit akustischer Metallunterscheidung (Beispiel: Garrett
ACE 150/250 oder XP-Gmaxx II/GoldmaxxPower) macht diese, nachfolgend
beschriebene, Vorgehensweise natürlich keinen Sinn, da bei
diesen Geräten das Eisen nicht wirklich ausdiskriminiert werden
kann, sondern höchstens akustisch "ausgeblendet"
wird!
Zum
richtigen Einstellen des Diskriminators benötigt man lediglich
ein Eisenteil wie z.B. einen mittelgroßen Nagel, aber auch
ein Einwegfeuerzeug eignet sich hierfür hervorragend.
Der
Detektor wird in metallfreier Umgebung eingeschaltet.
Die Empfindlichkeitseinstellung ist vom Diskriminatorabgleich unabhängig.
Das Gerät wird auf Disk oder Diskri (Diskriminator) geschaltet,
wobei der Regler am Anfang ganz nach links auf Min oder null (gegen
den Uhrzeigersinn) gedreht wird.
Nun wird das Eisenteil vor (oder auch hinter) der Suchspule im Abstand
von ca. 10 cm zügig hin und her bewegt.
Wenn
jetzt kein deutliches und klares Signal zu hören ist, hat wahrscheinlich
bereits der Diskriminator "gegriffen" und man kann mit
dieser Einstellung anfangen zu suchen. Zum Vergleich schwenkt man
noch ein Edelmetallteil (1 Euro Münze oder Ehering) an der
Spule vorbei. Dieses Edelmetallteil muss nun klar zur Anzeige kommen!
Sollte
jetzt das Eisenteil noch einen klaren Signalton abgeben dreht man
während des Schwenkens des Eisenteiles, den Diskriminatorregler
im Uhrzeigersinn solange (langsam) nach rechts bis das Eisenteil
nicht mehr klar angezeigt wird. Ein evtl. "bröckeln"
des Anzeigetons ist dennoch normal und sollte nicht versucht werden
zu unterbinden!! (siehe Abschnitt: Akustische Diskriminatorgeräte).
Zum Vergleich schwenkt man noch ein Edelmetallteil (1 Euro Münze
oder Ehering) an der Spule vorbei. Dieses Edelmetallteil muss nun
klar zur Anzeige kommen!
Diese Einstellung (die von Gerät zu Gerät immer etwas
unterschiedlich sind) können von nun an immer beibehalten werden.
*
Für den Tesoro Tejon (und einige Fisherdetektoren) gelten etwas
andere Einstellungen da diese Geräte über 2 getrennte
Diskriminatoren verfügen. Entsprechende Hinweise finden sich
in der Bedienungsanleitung.
Nächste
Seite: Wo kann ich suchen?
- Fundträchtige Orte
Copyright-Hinweise
zu dieser Seite:
Sie
sind unter folgenden Bedingungen berechtigt, die auf dieser Homepage
verfügbaren Dokumente und dazugehörige Grafiken zu verwenden,
zu kopieren und weiterzuvertreiben: (1) Der Urheberrechtshinweis
sowie dieser Hinweis zur Berechtigung sind in allen relevanten Kopien
enthalten; (2) die Verwendung der auf dieser Homepage verfügbaren
Dokumente und dazugehörige Grafiken dürfen anderen Personen
und Firmen ausschließlich zu informativen und nichtkommerziellen
Zwecken dienen; (3) keine auf dieser Homepage verfügbaren Dokumenten
oder dazugehörige Grafiken dürfen in irgendeiner Weise
modifiziert werden; und (4) keine auf dieser Homepage verfügbaren
Grafiken dürfen unabhängig vom begleitenden Text verwendet,
kopiert oder weitervertrieben werden.
Alle
hier nicht ausdrücklich eingeräumten Rechte bleiben vorbehalten.
|