Metallsuchgeräte, Sondengehen, Schatzsuche, Ortungstechnik, Thomas Schwarz

 

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Erste Hilfe für Sondengängeranfänger (1)
Der richtige Umgang mit dem Diskriminator

Akustische Diskriminatorgeräte

Der Diskriminator an einem Metallsuchgerät dient in erster Linie dazu, Eisen von Nichteisen zu trennen. Durch viele Kriege und vor allem dem 2. Weltkrieg sind unsere Böden mit ungezählten Eisenfragmenten, z.B. von Bomben und Granaten gespickt. Aber auch Nägel und andere Eisenkleinteile machen die Metallsuche ohne Diskriminator zur wahren Schwerarbeit.

Eine besonders hilfreiche Eigenschaft fast aller Diskriminatordetektoren ist die Möglichkeit, bei der Umschaltung von Allmetall auf Diskriminator ein „gutes" von einem „schlechten" Signal zu unterscheiden:
Oft kommt es vor, daß man in der Betriebsart Diskriminator ein kratzendes oder bröckelndes, nicht eindeutiges Signal hört und sich nicht sicher ist, ob da möglicherweise ein interessantes Objekt, zum Beispiel in größerer Tiefe, liegt. In diesem Fall schaltet man das Gerät auf Allmetall um; ist jetzt das Signal klar und laut zu hören, kann man (in 99% der Fälle) davon ausgehen, daß es sich bei dem Objekt um Eisen handelt (es sei denn, man hat den Diskriminator so weit zugedreht, daß auch einige Buntmetalle ausgeblendet würden).
Ist das Signal dann aber immer noch verhältnismäßig schwach und leise, tut man gut daran, zu graben...man weiß ja nie!


An dieser Stelle möchte ich auch noch etwas zum Thema Diskriminierung von sogenanntem Kulturschrott sagen. Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, z.B. Abziehlaschen von Getränkedosen oder Silberpapier auszublenden und gleichzeitig noch alle interessanten (?) Funde anzuzeigen.
Fakt ist, dass man solchen Kulturschrott ausgeblendet bekommt, dafür ist speziell bei allen Teilen aus Aluminium der Regler für den Diskriminator bis zum Anschlag zuzudrehen. Allerdings bekommt man dann auch nichts anderes mehr angezeigt, außer vielleicht die Einweggrillform vom letzten Strandfest oder den grasbewachsenen Gullideckel, aber mit Sicherheit keine einzelnen Münzen oder gar filigranen Goldschmuck

Tipp:

Ich empfehle immer den Diskriminator nur so weit zuzuregeln, daß Eisen eben ausgeblendet wird. Bei vielen TESORO-Detektoren liegt dieser Bereich in etwa zwischen IRON und FOIL

Eifelsucher Tejon Auschnitt


 

Diskriminatorgeräte mit Leitwertanzeige

Hier könnte jetzt jemand mit einem Gerät, das mit einer optischen Objektanzeige (Leitwertanzeige) ausgestattet ist, sagen:
„ Ich kann aber auf meinem Display sehen, ob das eine Abziehlasche oder Silberfolie, eine Münze oder ein Goldring ist ".

Fakt ist, daß die Leitwertbereiche von Metallobjekten je nach Größe, Lage, Materialgefüge und Bodenzusammensetzung so unterschiedlich sind, daß eine sichere Zuordnung auf diesen Displayanzeigen nicht möglich ist!
Wer sich (wie ich in der Vergangenheit auch) nur auf sein Display und seine großzügige Ausblendung von z.B. Abziehlaschen oder Folie verläßt, kann beim Nachsuchen ohne Displayunterstützung auf bereits begangenen Flächen ein wahres Wunder erleben. Sicher wird man dabei auch den einen oder anderen Kulturschrott doch noch ausgraben, sich aber gleichzeitig auch fragen, was man vorher alles „Gutes" überlaufen hat.

Ich für meinen Teil habe die letzten Jahre damit zugebracht, alle bereits „sauber" geglaubten Orte noch mal nachzusuchen. Was ich dabei an das Tageslicht brachte ist nicht erst in den letzten paar Jahren dort verloren gegangen....

Tesoro Display

 

Ein Detektor mit Leitwertanzeige hat dennoch seine Berechtigung, nämlich dann, wenn immer wieder Objekte zu finden sind, die an der Oberfläche oder in derselben Tiefe liegen und die alle die gleiche Größe und aus dem gleichen Material gefertigt sind. So zum Beispiel Geschosse aus Kupfer oder Messing. Hier kann mit etwas Übung relativ sicher zwischen guten und schlechten Signalen an Hand des Leitwertes unterschieden werden. Sobald jedoch die gleichen Objekte unter anderen Fundumständen geortet werden (Lage und Tiefe) kann es nicht mehr zu einer sicheren Messung kommen.



Fehlsignale

Es tritt des öfteren auch folgendes "Ereignis" ein:
Man hat ein sehr gutes - sich wiederholendes Signal. Man fängt voller Erwartung an zu graben und fördert statt dem erhofften tollen Fund, in oft nicht unerheblichen Tiefen, z.B. eine Getränkedose oder ein Hufeisen, zu Tage. Dies kann aber genauso auch mit kleineren Eisenteilen passieren.
Dieses Phänomen ist völlig normal und bei fast allen differenzierenden Systemen zu beobachten. Ab einer bestimmten Objektgröße und Tiefe ist der Diskriminator nicht mehr in der Lage, eine Unterscheidung zwischen "gutem" und "schlechtem" Material zu machen (Fehlsignal).


Hinzu kommt, daß dieser Effekt bei Eisenteilen auftritt, die in der Erde vor dem Ausgraben lange an einem Platz gelegen haben. Bedingt durch die lange Lagerung hat sich ein Oxidfeld (Rost) um das Eisenteil gebildet, was das eigentliche Eisenteil für den Detektor elektrisch größer macht. Es erzeugt ein größeres Induktionsfeld.
Wird beim Graben dieses Oxidfeld zerstört, kann es vorkommen, daß das Eisenteil nun "ordentlich" diskriminiert und nicht mehr angezeigt wird. Um sich dessen sicher zu sein, schaltet man von Disk auf Allmetall um. Wenn jetzt das Objekt wieder "da" ist, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß es sich um Eisen handelt.
Geschmiedete Nägel und Eisenbolzen können auch ein "gutes" Signal erzeugen, mit ein wenig Übung hört man aber auch hier bald die feinen Unterschiede zu einem reinem (sauberen) Signal.


Oft wird von Sondengängeranfänger der Fehler gemacht, das im Falle, das auch Eisen zur Anzeige kommt, der Diskriminator höher gestellt wird. Dies kann fatale Folgen haben! Der Diskriminator sollte kleines bis mittelgroßes Eisen (Masse 50-200g) entweder völlig oder mit Knacksignalen ausblenden können. Ist dies nicht möglich so liegt es wahrscheinlich an der Eisenart und Form und/oder am Boden in dem das Eisenteil liegt und nur in den seltensten Fällen an einer Fehlfunktion des Detektors!

Oft hilft hierbei schon die obere Bodenschicht wegzuräumen, oft "greift" danach der Diskriminator besser.

 

Rundes Eisen, Kettenglieder, Kronkorken u.ä. geformtes Eisen kommt oft als gutes Signal zur Anzeige - DAS sollte man sich merken und in diesen Fällen den Diskriminator nicht höher einstellen!

Wenn der Diskriminator zu hoch eingestellt wird, geht erstens Reichweite verloren und zweitens werden dabei oft "gute" Signale überlaufen!!

Zum richtigen Einstellen des Diskriminators: Siehe - Seite weiter unten!

 

Generell gilt:

Es gehört einiges an Erfahrung dazu, die Objektinformationen, die man akustisch oder optisch erhält, richtig zu deuten. Dieses ist nicht von Heute auf Morgen möglich und bedarf einer sehr intensiven Nutzung des Gerätes.



Prinzipielles zur Ortung und Punktsuche (Pinpointing)

Wenn man sich soweit mit seinem Diskriminatorgerät angefreundet hat und die wichtigsten Einstellungen am Gerät gemacht hat, wie z.B.: Bodenabgleich, Umschaltung auf Disk (Diskriminator) und Empfindlichkeitseinstellung, kann man mit der eigentlichen Suche beginnen.

Das richtige (flächendeckende) Absuchen des Untergrundes wird in Abbildung 1 (Abb.1) gezeigt. Hierbei sollten sich, im Idealfall, die abgesuchten Flächen überlagern. Nur so kann man sicher gehen, nichts liegen zu lassen!

 

ueberlappende Suche

Abb.1

Wenn man ein „gutes“ Objekt geortet hat, sollte das Gerät einen sich wiederholenden Ton erzeugen. Andere vorkommende Signale sind in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben worden.
Nun macht man als Anfänger gerne den Fehler, dass man beim ersten Signal gleich anfangen will zu graben,
(was ja auch absolut verständlich ist!); hierfür sollte sich der Sondengänger aber etwas Zeit für nehmen.
Erst einmal muss er klären, wo genau sich das Fundobjekt in der Erde befindet.
Des weiteren wird er mit der Zeit anhand des Anzeigbetons herausfinden können, ob es sich bei dem verborgenen Objekt um ein Teil handelt was z.B. an der Oberfläche liegt, oder tiefer in der Erde, ob es sich um ein großes oder kleines Objekt handelt, ob es massiv ist oder aus mehreren Bruchstücken besteht.

Zur genauen Lagebestimmung ist eine sauber ausgeführte Kreuz-Punktortung unerlässlich, außerdem erspart es eine Unmenge von Grabungstätigkeit, die je nach Ausführung auch das Fundobjekt beschädigen kann.
Hierfür wird die Suchspule zuerst einmal von links nach rechts geschwenkt, dieses aber gleichzeitig verbunden mit einer Vor- und Zurückbewegung der Spule (Abb.2). Jetzt muss sich der Sondengänger die Stelle merken, an der der Ton für ihn am deutlichsten war. Um jetzt den genauen Fundort des Objektes zu bestimmen, wird dieser Vorgang auch in die andere Richtung ausgeführt. Dies bedeutet, dass die Suchspule nach vorne und hinten geschwenkt wird und umgekehrt wie vorher nach links und rechts bewegt wird. Hier sich ebenfalls das Tonmaximum merken. Im Schnittpunkt der beiden Maximaltöne liegt das verborgene Objekt und kann nun ohne großflächige Grabung punktgenau geborgen werden
Noch was zur Schwenkgeschwindigkeit:

Die durchschnittliche Schwenggeschwindigkeit beträgt (bei Tesoro als auch bei XP-Detektoren) ca. 1 Schwenk (von links nach rechts und zurück) in einer Sekunde!!

Tip: Weitere nützliche Hinweise zum richtigen und erfolgreichen Suchen findet man auch hier.

Punktsuche

Abb.2

Beim Ausheben der Erde ist aber darauf zu achten, daß man etwas neben dem Schnittpunkt anfängt zu graben, weil man ja nicht das Objekt zerstören will! Der Aushub wird dann mit einer metallfreien (!) Hand zügig über die Suchspule geführt, bis man das Objekt in der Hand hält.

Im einfachsten Fall legt man dazu den Detektor aus der Hand und plaziert die Suchspule so, das man (bei Rechtshändern) den Suchteller rechts von sich liegen hat und mit der linken Hand den Aushub überprüft [siehe Beispielbild unten]

Alternativ dazu kann man auch mit einer, speziel dafür gebauten, Pinpointer-Sonde die genauen Objektlage ermitteln.

 




Vorgehensweise zur "richtigen" Einstellung des Diskriminators*

Essentiell wichtig ist die richtige Einstellung des Diskriminators, nur wenn dieser stimmt ist auch mit Sucherfolgen zu rechnen.

Bei Geräten mit akustischer Metallunterscheidung (Beispiel: Garrett ACE 150/250 oder XP-Gmaxx II/GoldmaxxPower) macht diese, nachfolgend beschriebene, Vorgehensweise natürlich keinen Sinn, da bei diesen Geräten das Eisen nicht wirklich ausdiskriminiert werden kann, sondern höchstens akustisch "ausgeblendet" wird!

Zum richtigen Einstellen des Diskriminators benötigt man lediglich ein Eisenteil wie z.B. einen mittelgroßen Nagel, aber auch ein Einwegfeuerzeug eignet sich hierfür hervorragend.

Der Detektor wird in metallfreier Umgebung eingeschaltet.
Die Empfindlichkeitseinstellung ist vom Diskriminatorabgleich unabhängig.
Das Gerät wird auf Disk oder Diskri (Diskriminator) geschaltet, wobei der Regler am Anfang ganz nach links auf Min oder null (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht wird.
Nun wird das Eisenteil vor (oder auch hinter) der Suchspule im Abstand von ca. 10 cm zügig hin und her bewegt.


Eifelsucher Abgleich Tesoro

Wenn jetzt kein deutliches und klares Signal zu hören ist, hat wahrscheinlich bereits der Diskriminator "gegriffen" und man kann mit dieser Einstellung anfangen zu suchen. Zum Vergleich schwenkt man noch ein Edelmetallteil (1 Euro Münze oder Ehering) an der Spule vorbei. Dieses Edelmetallteil muss nun klar zur Anzeige kommen!

Sollte jetzt das Eisenteil noch einen klaren Signalton abgeben dreht man während des Schwenkens des Eisenteiles, den Diskriminatorregler im Uhrzeigersinn solange (langsam) nach rechts bis das Eisenteil nicht mehr klar angezeigt wird. Ein evtl. "bröckeln" des Anzeigetons ist dennoch normal und sollte nicht versucht werden zu unterbinden!! (siehe Abschnitt: Akustische Diskriminatorgeräte).
Zum Vergleich schwenkt man noch ein Edelmetallteil (1 Euro Münze oder Ehering) an der Spule vorbei. Dieses Edelmetallteil muss nun klar zur Anzeige kommen!


Diese Einstellung (die von Gerät zu Gerät immer etwas unterschiedlich sind) können von nun an immer beibehalten werden.

* Für den Tesoro Tejon (und einige Fisherdetektoren) gelten etwas andere Einstellungen da diese Geräte über 2 getrennte Diskriminatoren verfügen. Entsprechende Hinweise finden sich in der Bedienungsanleitung.

Nächste Seite: Wo kann ich suchen? - Fundträchtige Orte


 

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