Metallsuchgeräte, Sondengehen, Schatzsuche, Ortungstechnik, Thomas Schwarz

 

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Erste Hilfe für Sondengängeranfänger (2)

Wo kann ich suchen? - Fundträchtige Orte

Anregungen und Tips

 

Hier stelle ich Such-Orte vor wo das Suchen mit Metalldetektoren weitgehend unproblematisch ist. Selbstverständlich stellt dies keine rechtliche Garantie dar, es soll lediglich als Anhaltspunkt dienen!

Die gezielte Suche mit Metalldetektoren auf Boden- und vor allem Kulturdenkmälern

(Bsp. Burgen, Grabhügel, Keltische- und Römische Anlagen, aber auch auf ehem. Gefangenenlager) ist in jedem Fall genehmigungspflichtig!!

 

 

1. Spielplätze

Man glaubt gar nicht was Kinder und Jugendliche für Geld und andere Wertsachen mit auf den Kinderspielplatz nehmen und dort auch regelmäßig verlieren.
Hier lohnt sich das Suchen immer, es sei denn der Sand ist gerade gewechselt worden.


Hier kann man seinen Detektor generell gut ausprobieren und dabei auch noch ein paar Funde machen.
Man sollte sich zum Suchen einen regnerischen Tag aussuchen, wo auf dem Spielplatz nichts los ist. Ansonsten kann man Ärger mit Eltern bekommen oder ist von einer Traube von "grabungswilligen" Kindern umgeben :-)

2. Reitwege und Reitplätze

An Reitwegen und auf dem Reitplatz lohnt die Suche auch oft. Gerade im Bereich von Hindernissen die mit den Pferden übersprungen werden, finden sich des öfteren Münzen und Schmuck der bedingt durch den Aufprall und den Schwung des Pferdes, auf den Boden fallen und oft vom nächsten Reiter in die Erde gedrückt werden.

Reitplätze und Reithallen sind, gerade wenn sie schon etwas älter sind, wahre Fundgruben für verloren gegangenes Kleingeld und Schmuck wie Eheringe, Ohrstecker und Anhänger.

Allerdings sollte hier nur mit höherwertigen Detektoren gesucht werden, da die Untergründe dieser Anlagen oft aus Lavagruß bestehen und entsprechende Störsignale erzeugen können bei Geräten die nicht für diese mineralischen Böden geeignet sind - zum Beispiel wie der Garrett ACE150/250.

 

3. Wanderwege und Verbindungswege zwischen Ortschaften.

Auf öffentlichen Wanderwegen oder auf Verbindungswegen von einer Ortschaft zur nächsten, findet sich immer etwas was sich lohnt ans Tageslicht zu holen.
Neben Kulturmüll, wie Dosenabreißer und Alufolie finden sich hier häufig Münzen und andere Gegenstände die von Wanderern und Jägern verloren wurden.

Das Bergen von Metallobjekten aus Wegen ist jedoch oft beschwerlich da der Boden häufig stark verdichtet, oder mit Steinen durchsetzt ist. Hier sollte eine externe Pinpointersonde und ein geeignetes Grabungswerkzeug vorhanden sein.

Klappspaten und Maurerhammer sind für diese Grabungen mehr als ungeeignet, da hiermit häufig Funde zerstört werden!

  • Hier mal ein Fundbeispiel von 2 Stunden erfolgreicher Suche, auf und direkt neben einem Wanderweg. (Diese Funde sind nicht die Regel, aber durchaus wahrscheinlich, wenn es sich um einen über Jahrzehnte begangenen Weg handelt und vor Ihnen noch kein anderer Sondengänger dort gewesen ist!)

Oft sind alte Wege nicht sofort als solche zu erkennen.

Im Bild unten ist so ein "versteckter" Wegabschnitt, der in einen Felsen gehauen wurde, einmal dargestellt.

 

[Bild anklicken für Großansicht]

 

Aber auch hier gilt, wie überall:

Gegrabene Löcher immer wieder sorgfältig verschließen!!

 

Noch was zum Thema "Hohlwege":

Das Suchen und Graben in Hohlwegen ist in aller Regel genehmigungspflichtig und sollte ohne Genehmigung unterlassen werden.

 

Auch die Suche in Wildschweinsuhlen oder anderen wassergefüllten Tümpeln , die häufig an- und neben Wegen zu finden sind, kann spannend sein!

Bei ungeeignetem Schuhwerk kann eine akrobatische Einlage auch schon mal zum gewünschten Such-Erfolg verhelfen ;-)

 

4. Wald und Acker

Die Suche mit einem Metalldetektor in einem Wald, außerhalb der öffentlichen Wege, ist in den meisten Bundesländern genehmigungspflichtig. Dasselbe gilt auch für Wiesen- und Weideflächen. Diese Flächen bezeichnet man auch als "unbewegte Böden".

Die Funde auf beackerten Flächen (bewegte Böden) sind meist ergiebiger als in Wäldern, ausgenommen von dieser Regel sind Funde aus den letzten beiden Weltkriegen und Hortfunde. Vor der Suche sollte aber auf jeden Fall geklärt werden ob der Besitzer des Ackers nichts dagegen hat das man seinen Grund und Boden betritt und auch darin gräbt. Außerdem sollte man sich vorher tunlichst darüber informieren ob der Acker auf dem man suchen will nicht evtl. einem Grabungsverbot unterliegt, wie es bei allen Kultur- und Bodendenkmälern der Fall ist und ob für das Bundesland generelle Bestimmungen gelten die das Nachforschen und graben untersagen.
Außerdem sollte man vorher abklären ob der Acker in einem Naturschutzgebiet liegt, hierfür gelten ebenfalls gesonderte Bestimmungen.
Trifft dies alles nicht zu, so sollte der Sondengänger vor der eigentlichen Suche mit dem Metalldetektor die Ackerfläche nur mit den Augen absuchen. Bei völlig "sauberen" Äckern, die frei sind von Scherben, Dachziegel oder Mörtelresten, lohnt eine Suche wahrscheinlich nicht. Dies sind aber nur eigene Erfahrungswerte und müssen nicht unbedingt immer zutreffen!

4.1 Sonderfall - Suche auf eigenem Grundstück

Es ist eine landläufige Fehleinschätzung das die Suche auf eigenem Grund und Boden genehmigungsfrei sei. Das Privatrecht unterliegt auch hier dem Landesrecht!

Das heißt in letzter Konsequenz das die Suche bzw. das Graben hier unter Zuhilfenahme eines Metalldetektors genehmigungspflichtig ist!

Wenn ein historisch wertvolles Fundobjekt mit einem Metalldetektor geortet wird ist das Vorsatz der verfolgt werden kann, wenn beim Umgraben das selbe Objekt gefunden wird ist das Glück. Gemeldet werden muss aber beides.

Über die Unlogik kann man sich aufregen, aber ändern tut das nichts!

Allerdings muss man zu Gute halten das es ja auch Eigentum gibt welches z.b. schon unter Denkmalschutz steht oder großflächig als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen ist. In diesen Fällen ist die Gesetzgebung sinnvoll.

 

Weitere Informationen zur Gesetzeslage finden sich auch hier


5. Öffentliche Anlagen

Die Suche in öffentlichen Anlagen ist in den meisten Fällen (aber nicht immer!) ohne besondere Genehmigung möglich. Zu öffentlichen Anlagen zählen in diesem Fall u. a. Kirmesplätze, Festwiesen, Parkanlagen, etc.


Im Zweifelsfall sollte man aber bei der zuständigen Ordnungsbehörde (Ordnungsamt oder Kreisverwaltung) nachfragen ob diese etwas gegen eine Oberflächensuche in ihren Anlagen einzuwenden haben, da einige Flächen unter Kultur- oder Denkmalschutz stehen können, daher gebe ich hier auch nur eingeschränkte Empfehlungen zum Suchen.
Die Fundchancen sind, da wo sich viele Menschen aufhalten, immer größer als in anderen Gebieten. Allerdings ist das Müllaufkommen auch wesendlich größer...

Ein weiteres lohnendes Suchziel sind Parkschein- oder andere "Geldautomaten", die im "Grünen" stehen und nicht, oder nur teilweise, betoniert sind. Hier kann die Fundhäufigkeit von neuzeitlichen Münzen sehr hoch sein! Außerdem ist bei diesen Flächen mit wesentlich weniger Vermüllung zu rechnen.

 

6. Flußufer, Bäche und Quellen

Die Suche an Flußufern kann sich ebenfalls lohnen. Auch sind niedrige Wasserstände immer eine Möglichkeit um Funde zu bergen an die man sonst nur als Taucher herankommen würde. Bedingt durch den Transport der Fundgegenstände mit Wasser, Sand und Geröll sind diese aber oft glattgeschliffen und/ oder mit kleinen Steinen und Muscheln verkrustet.


Die Suche an naturbelassenen Bächen oder auch in trocken gefallenen Bachbetten kann auch von Erfolg gekrönt sein.
Ebenso das sondieren im Bereich von Quellen. Hier haben zu allen Zeiten Reisende und Wanderer Rast gemacht und das ein oder andere Metallobjekt verloren.

 

7. Badeseen und Strandbäder

Die Suche an Badeseen kann in vielen Fällen ebenfalls sehr erfolgreich sein - vor allem dort wo sich in den Sommermonaten viele Leute aufgehalten haben, hier im Besonderen auf den Liegewiesen und an Sandstränden.


Zu beachten ist noch folgendes:

1. Detektor auf minimale Leistung stellen!

Die Eindringtiefen brauchen auf Liegewiesen nicht groß zu sein, da erfahrungsgemäß die meisten Funde im Oberflächenbereich (bis 10 cm) zu finden sind.

2. Den Diskriminator so hoch einstellen das Kronenkorken ausgeblendet, oder nur noch mit einem Knackton angezeigt werden. Vorteil: Wesentlich weniger Grabungsaktivitäten!! Nachteil: Je nach Diskriminatorgüte werden dabei auch wertvolle Metallobjekte ausgeblendet!

3. Nicht auf die Leitwertanzeige eines Detektors verlassen! Kronenkorken und vor allem Aluziehlaschen werden oft, genauso gut wie Silberringe oder Münzen angezeigt.

4. Externe Pinpointersonden verwenden! Ansonsten kommt man vergleichsweise langsam voran. Diese Zusatzgeräte verschaffen einen nicht zu verachtenden Zeitvorteil, da die "Funddichte" meist wesentlich höher ist als an anderen Orten!!

5. Geeignetes Grabungswerkzeug verwenden!

Ein Klappspaten ist bei einer Wiese so ziemlich das ungeeignetste Grabungswerkzeug...

Erstens muß man den wurzeldurchzogenen Grassoden durchstechen, zweitens liegen unter dem Gras oft kleine Steine und 3. sollte die Wiese nach einer Suche nicht aussehen als wenn eine Rotte Wildschweine darüber hergefallen ist!!

Als geeignetes Grabungswerkzeug für Wiesengelände kann man, speziell für den Oberflächenbereich (bis 8 cm Tiefe) ein stabiles Messer verwenden. Damit lässt sich schnell ein kleiner Bereich ausstechen, der nach erfolgreicher Bergung des Metallobjektes wieder als "Verschluss" aufgesetzt wird. Des weiteren eignen sich Pflanzschaufeln oder auch Unkrautstecher (Gartencenter), ebenso praktisch sind Blumenzwiebelpflanzer. Für tiefere Löcher eignet sich ein Maurerhammer oder ein Eispickel.

 

Nicht nur an Land lassen sich interessante Funde machen!

Auch im Flachwasserbereich von Badeseen geht so einiges verloren. Auch hier sollte der Detektor so wie unter Punkt 1. und 2. beschrieben ist, eingestellt werden. Zum graben verwendet man hier am besten ein stabiles Nudelsieb (aus Kunststoff) oder speziell dafür erhältliche Lochschaufelkellen, sogenannte Scoops.

Natürlich sollten die Suchspulen der verwendeten Detektoren auch wasserdicht sein!!

 

Wer Taucher ist und über ein Unterwasser-Suchgerät verfügt, wird speziell im Uferbereich von Seen, sehr oft fündig. Durch das meist kühlere Wasser, werden die Gliedmaßen dünner und schon manch einer hat dabei seinen Fingerschmuck auf Nimmerwiedersehen verloren!
Auch werden stille Gewässer oft als Platz gewählt um sich von Dingen zu entledigen die nicht immer legal erworben wurden....

Wie bei anderen öffentlichen Anlagen gilt auch hier:

Wenn möglich erst fragen - dann suchen!

 

8. Strandsuche

Die Strandsuche ist an fast allen deutschen Küsten erlaubt. Ausgenommen hiervon sind Naturschutzgebiete, Privatstrände und militärische Sperrzonen.
Eine Strandsuche kann sehr ergiebig sein, auch wenn man damit rechnen muß das neben Münzen und Schmuck (Ringe) eine unglaubliche Menge von Kulturschrott (Silberpapier, Dosenabreißer, etc.) zu finden sind.

 

An einigen holländischen Stränden ist die Suche mit Metalldetektoren verboten.

Dies steht in aller Regel aber angeschlagen.

 

 

Weiter zu: Verhaltensregeln für Sondengänger



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