Geräteberatung
für "fortgeschrittene" Sondengänger
-
oder "leistungsbewusste" Anfänger
Einleitung
Immer
wieder wird mir die Frage gestellt, welcher Metalldetektor sich
für den fortgeschrittenen Sondengänger eignet. Beziehungsweise
für einen Anfänger der von vorne herein einen Detektor
mit hoher Suchleistung bei einfacher Bedienung haben möchte.
Für diese Interessenten soll der folgende Beitrag eine Entscheidungshilfe
darstellen, auch wenn danach sicher immer noch Fragen offen bleiben
werden.
Wichtig
ist für die Auswahl des geeigneten Detektors sind die persönlichen
Vorlieben und die überwiegenden Einsatzzwecke des Sondengängers.
Als Entscheidungshilfe werde ich die möglichen Einsatzzwecke
genauer definieren und zunächst nur die dafür am besten
geeigneten Metalldetektoren nennen, auf die ich später im einzelnen
noch einmal eingehen werde.
Einsatzzweck
Für
den Sondengänger der in erster Linie nach antiken
Metallobjekten sucht, bzw. überwiegend nach
Objekten aus Nichteisenmetallen, wie z.B. kleine oder dünne
Münzen, Knöpfe, sowie altes Eisen, hier im speziellen,
geschmiedete Eisenteile wie Nägel, Pfeilspitzen, Armbrustbolzen
und Grubennägel.
Für den Sondengänger der überwiegend Strandsuche
betreibt und für den Sucher der schwerpunktmäßig
auf beackerten Feldern sucht.
Empfohlene
Metalldetektoren
Tesoro
Lobo
Tesoro Cibola
Tesoro Vaquero II (Germania)
XP-Goldmaxx
Power
Einsatzzweck
Für den Sondengänger der in erster Linie auf der Suche
nach Militaria, bzw. nach größeren,
tiefliegenden Metallgegenständen aus Eisen und Nichteisen ist,
z.B. Kanonenkugeln, militärische Ausrüstungsgegenstände,
Flugzeugsuche, etc.
Für den Sondengänger der überwiegend Wald- und Wiesensuche
betreibt.
Empfohlene
Metalldetektoren:
XP-ADX
150 pro
XP-ADX
250
XP-Adventis
II
XP-Gmaxx II
Einsatzzweck
Für den Sondengänger der sowohl
Antik- als auch Militariaobjekte sucht.
Sowohl auf beackerten Flächen, als auch in ungestörten
Böden (Wald, Wiese).
Empfohlene
Metalldetektoren
Tesoro Cibola
Tesoro
Vaquero II (Germania)
XP-ADX 250
XP-Adventis
II
XP-Gmaxx
II
XP-Goldmaxx
Power
Einsatzzweck
Für
den Sondengänger der sehr kleine Metallobjekte sucht (Naturgold,
Erze, Kleinstmünzen)
und / oder auf extrem stark verschrotteten (eisendurchsetzten) oder
mineralische gestörten Böden (durch starke Bodenmineralisation,
Schlacken oder auch gebrannte Tonziegel).
Empfohlene
Metalldetektoren
Tesoro
Lobo (mit optionaler 15
cm Rundspule)
Tesoro
Vaquero II (Germania)
(mit optionaler 15
cm Rundspule)
XP-Goldmaxx
Power (mit optionaler Spiderspule)
Beschreibungen der einzelnen Detektoren
Tesoro
Lobo SuperTRAQ
Der
Tesoro-Lobo ist neben
dem XP-Goldmaxx der einzige Detektor mit einer für einen VLF-Detektor
recht hohen Arbeitsfrequenz von 18 kHz. Diese vergleichsweise hohe
Arbeitsfrequenz hat den Vorteil das selbst noch sehr kleine Metallteile,
oder Metallteile mit sehr wenig Masse zur Anzeige kommen können.
Der Lobo ist bereits vor über 15 Jahren als Golddetektor entwickelt
worden und wird auch heute noch dafür eingesetzt. Recht schnell
hat aber auch der Antiksucher erkannt das der Lobo sich auch hervorragend
für seine Suchbedürfnisse einsetzen lässt.
Der
Lobo zeichnet sich durch eine extrem hohe Kleinteilempfindlichkeit,
einen sehr scharf trennenden Diskriminator sowie durch eine sehr
große Laufruhe aus. Dies, obwohl der Detektor sehr einfach
zu bedienen ist und trotzdem eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten
bietet. Der Lobo kommt auch überall da zum Einsatz wo andere
Detektoren wegen hoher Bodenmineralisation, Störungen durch
technische Anlagen (wie Hochspannungsleitungen), oder starker Eisenverschrottung
nicht mehr, oder nur noch bedingt einsatzfähig sind.
Der Lobo ist in der Grundausstattung mit der Standartsuchspule (200
mm oder 200x250 mm Spiderspule) kein so genanntes "Tiefenmonster".
Er eignet sich deshalb, in dieser Ausführung, auch vorwiegend
zur Suche auf beackerten Flächen, wo es situationsbedingt immer
wieder zur Umwälzung der Erdschichten kommt.
Durch die seid letztem Jahr verfügbare optional erhältliche
Doppel-D Suchspule (25x30cm) ist es möglich die Suchleistung
des Lobos zu steigern. Es kann hier von ca. 30% mehr Eindringtiefe
ausgegangen werden, wobei die Kleinteilempfindlichkeit weitgehend
erhalten bleibt! Lediglich das Pinpointing (Punktortung) wird durch
diesen speziellen Spulentyp etwas erschwert. Aber sowohl die Detektionsfläche,
als auch die Ortung von tiefer liegenden Metallobjekten nimmt bei
Verwendung der DD-Spule merklich zu.
Der Lobo ist der einzige Detektor aus der aktuellen Tesororeihe
der ein "echtes" No-Motion Pinpointing hat. Dies bedeutet
das beim Umschalten auf Allmetall-Pinpoint der Anzeigenton nicht
verschwindet sondern auch ohne das weitere schwenken der Suchspule
hörbar bleibt. Diese Einstellmöglichkeit bietet neben
der sehr genauen Punktortung den Vorteil das der Lobo in diesem
Modus in der Lage ist, anhand der Änderung des Signaltons (einstellbarer
Schwebton) eine Aussage über Größe und Tiefe des
georteten Metallobjektes zu treffen.
Bei der Verwendung der DD-Spule kann in dieser Einstellung ein größeres
Metallobjekt bis zu einer Tiefe von ca. 2 Metern im Boden nachgewiesen
werden.
Tesoro
Cibola und Vaquero
Der
Tesoro-Cibola und
der Tesoro-Vaquero II
sind die neusten Detektoren von dem erfolgreichen amerikanischen
Detektorherstellers Tesoro Electronics.
Beide Detektoren arbeiten mit rund 14 kHz Arbeitsfrequenz und siedeln
sich damit im oberen Frequenzspektrum an. Die Ausgangsleistung dieser
beiden Detektoren ist denen des Tesoro-Lobo nahe. Beide Geräte
haben im wesentlichen die gleichen Vorteile wie der Lobo. Nur ist
der Diskriminator nicht so aggressiv und die Kleinstteileempfindlichkeit
etwas geringer wie beim Lobo und es besteht auch keine Anpassungsmöglichkeit
auf Extremböden. Die Laufruhe ist aber selbst beim Tesoro-Vaquero
II sehr gut, trotz des manuellen Bodenabgleiches der immer eine
Störquelle bei Detektoren mit manuellem Bodenabgleich darstellen
kann. Glücklicherweise lässt sich diese beim Tesoro-Vaquero
II aber auch auf einen festen Bodenabgleichswert (ähnlich wie
beim Cibola) einstellen.
Zum manuellen Bodenabgleich des Tesoro-Vaquero II sei angemerkt
das dieser eine Reichweitenerhöhung (im Boden!!) ermöglichen
kann. Diese Einstellungsmöglichkeit und die fixe Umschaltung
auf Allmetall unterscheidet den Vaquero vom Cibola im wesentlichen.
Das Allmetall-Pinpointing (rote Taste) ist in Motion ausgeführt,
verzögert aber etwas sodass hiermit auch ein sicheres Pinpointing
möglich ist.
Auch ist bei diesen beiden Detektoren der Anschluss der Doppl-D
Suchspule möglich und eine merkliche Reichweitenerhöhung
damit zu erreichen.
Der Cibola stellt außerdem eine preislich attraktive Alternative
zum Lobo her, er ist unter den hier vorgestellten Detektoren der
günstigste.
XP-ADX 150 pro + 250/ XP-Adventis II / XP-Gmaxx II/ XP-GoldmaxxPower
Alle XP-Detektoren sind mit 225 mm Doppl-D Suchspulen ausgestattet.
Der wesentliche Vorteil einer Doppel-D Suchspule liegt darin das
eine flächige Bodenabdeckung mit diesem Suchspulentyp möglich
ist. Darüber hinaus kann bei den XP-Detektoren davon ausgegangen
werden das die in der Luft gemessenen Reichweiten auf leicht bis
mittelstark mineralisierte Böden übertragbar ist. Diese
Eigenschaft macht sich besonders bei der Verwendung von größeren
Suchspulen bemerkbar. Wenn zum Beispiel ein ADX-250 mit der großen
Hochleistungsspule 38x45 cm ausgestattet wird, hält man schon
einen Detektor in der Hand der es mit vielen Detektoren die nach
dem Puls-Induktionsverfahren (PI) arbeiten aufnehmen können.
Nur mit dem Vorteil das der Anwender auf eine wesentlich bessere
Diskrimination zurückgreifen kann.
Es gibt aber auch Nachteile bei diesem Suchspulentyp. Die beiden
wesentlichsten Mankos sind die höhere Empfindlichkeit auf Störungen
durch technische Anlagen (wie Hochspannungsleitungen) und das, systembedingte,
ungenauere Pinpointing.
Vom
französischen Hersteller Xplorer kommt der XP-ADX150+250,
als einfachster Detektor mit wechselbarer Suchspule. Der ADX ist
einfach zu bedienen, er zeichnet sich durch eine gute Tiefenleistung
und ein für diese Leistungsklasse sehr gutes Preis-Leistungs-
Verhältnis aus.
Der
ADX 150 pro wird als
Geheimtipp gehandelt. Er ist unempfindlicher bei externen Störquellen
und besitzt in etwa die gleiche Ortungstiefe wie der ADX 250.
ADX
250 - Durch die Möglichkeit auf zwei voneinander getrennte
Diskriminatorkreise zurückzugreifen, ist eine sehr feine Eisendiskrimination
gewährleistet. Im D2 kann Eisen in einem weit einstellbaren
Bereich diskriminiert werden. Der D1 arbeitet dahingegen als normaler
stufenlos regelbar Diskriminator mit dem nicht nur Eisen sondern
bei Bedarf auch Buntmetalle ausgeblendet werden können.
Der
XP-Adventis II basiert
auf dem ADX-250. Der wesentliche Unterschied besteht in den Zusatzsbedienelementen
für den manuellen Bodenabgleich und die Möglichkeit einen
schaltbaren Schrottfilter (für die Suche auf mit Eisen verschrottete
Böden) einzuschalten. Beim ADX-100 sind diese Einstellungen
werksseitig bereits auf einen Mittelwert gesetzt und können
nicht verändert werden.
Beim Gmaxx-II und Goldmaxx Power hat der Anwender eine Mehrtonmetallunterscheidung.
Die Mehrtonmetallunterscheidung basiert auf der akustischen Auswertung
von Leitwerten die jedes Metall besitzt. Dieses Verfahren geschieht
quasi im Allmetallmodus, dadurch ist eine wesentlich höhere
Ortungsreichweite möglich. Im einfachsten Fall wird akustisch
zwischen Eisen und Nichteisen unterschieden, wobei der Eisenton
mit dem Iron-Level Regler in der Lautstärke stufenlos eingestellt
werden kann. Im 3-Ton Modus ist eine zusätzliche Objektinformation
zwischen verschiedenen Buntmetallen möglich.
Der XP-Gmaxx II hat
(ebenso wie der ADX-250 und Adventis II) bedingt durch seine vergleichsweise
niedrige Arbeitsfrequenz von 4,6 kHz eine sehr gutes Eindringverhalten
in leicht bis mittelstark mineralisierte Böden.
In diesem Zusammenhang sei noch erklärt das um so niedriger
die Frequenz ist, (natürlich auch in Abhängigkeit zu der
Ausgangsleistung), um so besser ist das Eindringverhalten in den
Boden. Geräte mit höherer Arbeitsfrequenz sind dahingegen
für stärker mineralisierte Böden und zur Kleinteilsuche
geeignet.
Dies ist auch der einzige Unterschied zum XP-Goldmaxx
Power der (wie der Tesoro-Lobo auch) mit 18 kHz
arbeitet und deswegen zur Kleinteilsuche besser geeignet ist, dies
aber in Kombination mit der, bereits vom Gmaxx gewohnten, extrem
hohen Eindringtiefe.
Wer beispielsweise speziell nach Bronze oder Messingobjekten in
größeren Tiefen sucht ist mit dem Gmaxx II gut beraten.
Für den Nachweis von Silber- und Goldobjekten ist der Goldmaxx
Power zusätzlich optimiert.
Für weitere Frage stehe ich gerne
zur Verfügung!
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